Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Z93 Ehrliebe. Ehrbegierde. Ehrgeiz. Ehrsucht. :c.

dere Menschen von ihm haben, bei ihnen verliehren könn,te, wenn er gleich überzeugt wäre, daß sie mit Unrechtsolche gute Gedanken von ihm haben, und er dessen nichtwerth sey.

Der Ehrsüchtige, gehet noch weiter, er ist niemalszufrieden, die gröste Ehre beruhiget ihn nicht gänzlich, son-dern er will noch immer mehr geehret seyn, und machtaus der Ehre einen Götzen, welchem er alles auf-opfert.

Vielleicht könnte man sagen: Aristides war ehr-liebend, denn er fand ein Vergnügen, in allen solchenguten und rechtmäßigen Handlungen, welche ihm Ehre inseinem Vaterlande konnten zu Wege bringen; Wie erdenn sogar, da die zehen Feldherren der Griechen, wech-selsweise jeglicher einen Tag die oberste Gewalt hatten,der erste war, welcher seinen Tag, demNnlriades abtrat,weil er diesen für geschickter als sich selbst hielte, die Trup.pen anzuführen.

Limoii war ehrbegierig, er hatte ein recht heftigesVerlangen, von allen in seinem Vaterlande geehret zuwerden, wovon besonders seine außerordentliche Freige«bigkeit zeuget, wodurch er sich einen jeden verbindlich zumachen suchte.

pericles war ehrgeizig, er suchte nur sich selbst zuerheben, und die höchste Gewalt in Athen zu erlangen.

Alexander war ehrsüchtig, seine Begierde nachEhre, ließ ihm keine Ruhe, sondern trieb ihn beständigan, noch immer nach größerer Ehre zu trachten, daher erauch mehrere Welten wünschte, damit er sie erobern kön.ne, und als ein Gott wollte angebetet seyn. Er opfertealles seiner ungezahmten Ehrbegierde auf, sogar den gu-ten Namen seiner Mutter, da er wollte, daß Man ihnfür einen Sohn Jupiters halten sollte, und seinen FreundClyruö, welcher nur in der Trunkenheit, seine Thatenverkleinert, und denPhilippuS erhoben hatte.

Ruhm-