Saat. Saamen.
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Ruhmbegierde, kommt mit Ehrbegierde sehrüberein, denn alles, was uns Ehre bringet, pfleget unsauch gemeiniglich Ruhm zu erwerben; Nur siehet diesesWort mehr auf das iob und den Ruhm, welchen uns an-dere Menschen beilegen; Ahrbegierde, mehr auf diewirkliche Ehre selbst, welche wir zu erlangen suchen.
Ein böser und gottloser Mensch, suchet zwar auch zu-weilen Ruhin und Ehre, in sündlichen und bösen Dingen;Aber nur solche, die eben so gottlos und böse sind als er,werden ihn deswegen ehren und rühmen. Alle vernünf-tige und tugendhafte verabscheuen ihn. Man nennet dasausdrücklich eine falsche Ehre und Ruhmbegierde,denn diese Wörter, werden sonst in einem guten Sinn ge-braucht.
239. Saat. Saamen.
j"An so weit kommen diese Wörter überein, daß sie solchek^) Körner bedeuten, welche in die Erde gestreuet werden,damit sie wachsen und Frucht bringen sollen.
Saar aber nennet man nur diejenigen Körner, wel-che gesäet werden, damit man eben dergleichen Körner wie«der bekomme, und wovon die Körner die Frucht selbersind.
Saamen hingegen, nennet man eine solche Art Kör«Ner, welche nicht die Frucht selber sind, die gegessen wird,aber eine solche Frucht hervorbringen. Oder, davon dieFrucht gegessen wird, ehe sie so weit kommt, daß sie neueKörner tragen kann.
Zur ersten Gattung gehöret Weizen, Rocken, Gerste,Erbsen, Linsen, und überhaupt alle Feldftüchte, welcheman unter der Benennung des Getraides begreift. Mansagt nicht, Rocken Saamen, GersteGaamen, ErbsenSaamen, u.s.w. sondern: Saar Rocken, Saar Ger-ste, Saar Erbsen, u.s.w.