Abrichten. Ulttemchrm. 40z
gegeben, daß eö der heilige Geist sey, der mit ihm rede>wird für eine blosse Erdichtung gehalten.
Wenn man das Wort Abrichten, von Menschengebraucht, so geschiehet es nur im Scherz, oder Gleich-nißweise. So sagt man: Jemand zu etwas adrichren.Seinen Bedienten gut abrichren, und dergleichen. Ent.weder in Absicht ans die Mühe, welche man schriebt, ihmeine Stiche beizubringen, oder ihn sehr genau zu untererichten, so wie man sich bei Abrichtunz eines Thiers,vi?! Mühe geben muß; Oder in Absicht dessen, daß manihn so genau aufmerken lehret, wie ein Thier, welchesabgerichtet ist, aus jeden Wine seines Herrn ansmerksantseyn muß.
Aiu.ierk. Herr ÄdelnNg sagt bei betn Worte abrick-tcn:
figürlicher Bebeutnno, durch mechanische Mittel, zu elwas,,c,eschickt ma6>en, besonders von Thieren: Einen Jagdhund ab«>,riebten, u. f. w. Dann aber auch ron Menschcn: Einen Ve-rdienten, einen Lehrling abricl)!e». Gemeiniglich aber nur imrböscn Verstände.-, Und hernach in der Anmerkung: „Abrieb-j,ten setzet eine mechanische L-brart voraus, wodurch es sich von>,unterci6?tcn hinlänglich unterscheii-et.,,' In Ansehung der Thiere, ist zwar dieser Unterschied richtig;Aber wenn das Wort abriebren, von einem Menschen gebrauchtwird, findet er nicht allemal Statt, und kann also auch nicht hin-länglich seyn«
Viele Handwerker nud Künstler, unterrichten ihre Lehrlingsblos; mechanisch, und man sagt doch nicht: Sie haben sie abge-richtet. Der Tischler z. B. zeiget seinem Lehrjnngen, wie er einovalesTischblatt machen soll: Er schlauer zwei Stifte in cinVret,leget einen an den Enden znsammenacbmidenen langen Faden dar-um, welchen er an einem Orre fasset, und um die beiden Stifteherumführet, wobei er zugleich die Grenzen bezeichnet, so dieserFaden beschreibet, und aufsvlche Weise, hat er das Oval gezeichnetDiese Lchrart ist bloß mechainsch. Man wird aber nicht sagen:Der Tischler hat seinen Lehrling abgerichtet, ein Oval zu machen,oder wie er ein Oval machen seli.
Hingegen, ist das Wort abrichten, in Absicht auf den Unter-richt, welchen man einem Menschen gibt, auch in solchen Fällengebräuchlich, wo gar nichts mechanisches Statt findet. So sagt
2, man