414 Begehrctt. Verlangen. Wünschen. Lust haben.
gehrcn, Gegenliebe begehren, ein Amt begehren,waö begehrest du von mir? und dergl. Und auch Hülfeverlangen, Gehorsam verlangen, Gegenliebe verlan-gen, ein Amt verlangen, waö verlangst du von mir?u. s.w. Begehren ist eingeschränkter, es zeiget eine meh-rere Empfindung an, und man braucht es daher, nur vonsolchen Dingen, welche uns näher sind, und einen stärke-ren Affect bei uns erwecken, oder woran gewisser Maaße»/das Herz ein Antheil nimmt. Hülse begehren, Gehor-sam begehren, u. s. w. ist starker, als Hülfe verlangen,Gehorsam verlangen,; Es zeiget nicht nur einen heftige»rcn Affecr an, sondern auch, daß man sogleich die Hülfe,den Gehorsam, und dergl. haben wolle.
2) Zweitens von solchen Dingen, welche keinen star-ken Affett bei uns erwecken, oder woran das Herz keinensonderlichen Antheil nimmt, kann man nur allein dasWort verlangen brauchen. Man sagt z.B. Mich ver-langet zu erfahren, was diese Sache sür einen Ausganzgewinnen werde, oder wie dieser Z.ink endlich ablaufenwerde. Hier würde begehren zu stark seyn. Daher wenndas Wort verlangen etwas stärkeres anzeigen soll, oderso etwas, woran das Herz einen Antheil nimmt, so psic-gen wir es durch einen besonderen Zusah auszudrucken.Mich verlanget sehr, mich verlanget herzlich, unddergleichen.
z) Drittens, in solchen Fällen, wo von einer starkenund heftigen, sinnlichen Begierde die Rede ist, kann ma>lzwar ebenfalls, das Wort verlangen brauchen, aber-begehren ist doch schicklicher und nachdrücklicher. Mankönnte ganz wohl sagen: Der verlohrne Sohn, verlän-gere sehr seinen Bauch zu füllen, mit Trebern, die dieSäue aßen; Aber er bcgchrete seinen Bauch zu füllen,schicket sich hier besser, es zeiget sowol einen stärkeren Äf-ftet an, als auch, daß er dieTreber gern sogleich gehabthätte. Eben so ist es starker, Du lollt nicht begehren
deines