Sich gelüsten lassen. Lüstern seyn. Sich sehnen. 417
oft gebraucht finden, und auch nicht anders, als meinembösen Verstände, und von verbotenen Dingen.
Lüstern seyn, wird von einer heftigen, dabei aberganz unzeitigen und ausschweifenden Lust, nach solchenDingen gesagt, die weder nützlich noch nöthig sind, undderen man ganz wohl entbehren könnte. 4 B. Mos. ii.v. 4. Das Pöbelvolk unter ihnen, war lüstern worden.2 B. Sam. 2z. v. 15. David ward lüstern, zu trinkendes Wassers, aus dem Brunnen zu Bethlehem . Ps. 106.v. 14. Sie wurden lüstern, in der Wüsten. Man sagtvon den schwangern Frauen, welche bisweilen eine ganzunordentliche, und dabei doch überaus heftige Lust, nachgewissen Dingen empfinden: Sie sind lüstern. Mannennet uneigentlich lüsterne (!>hren, diejenigen, welche«ine unmäßige Begierde haben, solche Dinge zu hören,die doch weder nützlich noch nöthig sind.
Das Wort sehnen, leitet Frisch von nachsehenher, er sagt, es sey soviel, als einem Dinge, das unslieb gewesen, aber von uns weggegangen, oder aus andereArt weggekommen ist, nachsehen oder nachseufzen, unddasselbe verlangen wieder zu haben. Oeiicierare Konum,Huoä amillmux. Es kann ganz wohl seyn, daß dieseEtymologie richtig ist, und das Wort sehnen, zuerst insolcher Bedeutung gebraucht worden, welche auch jetzt nochgewöhnlich ist. Man sagt: Die Eltern sehnen sich nachihren Kindern, wenn sie von ihnen sind: Ein Kind sehenet sich nach seiner Mutter: Wir sehnen uns in derFremde, nach unserem Vaterlande. 1B. Mos. zi. v. zo.Weil du denn je wolltest ziehen, und sehncrest dich sofast nach deines Vaters Hause. Unterdessen hat mandoch hernach die Bedeutung dieses Wortes weiter erstre-cket, und es wird jetzt, überhaupt von einem heftigen Ver-langen, nach solchen Dingen gebraucht, welche uns sehram Herzen liegen, oder welche die Natu» selbst zu fodernscheinet. Man sagt: Der Müde sehnet sich nach derSroschl.TH. Dd Ruhe: