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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
XIX
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Einleitung. xix

Gegenstande der Erfahrung unterlegen muß, sie selbstaber niemals zu einem Erkenntnisse erheben und erwei-tern kann.

Es giebt also ein unbegränztes, aber auch unzu-gängliches Feld für unser gesammtes Erkenntnißvermö-gen, nehmlich das Feld des Übersinnlichen, worin wirkeinen Boden für uns finden, also auf demselben wederfür die Verstandes- noch Vernnnftbegriffe ein Gebietzum theoretischen Erkenntniß haben können; ein Feld,welches wir zwar zum Behuf des theoretischen sowohlals prciceischen Gebrauchs der Vernunft mit Ideen be-setzen müssen, denen wir aber in Beziehung auf die Ge-setze aus dem Frciheitsbegriffe, keine andere als prac-tifche Realität verschaffen können, wodurch demnachunser theoretisches Erkenntniß nicht im Mindesten zudem Übersinnlichen erweitert wird.

Ob nun zwar eine unübersehbare Kluft zwischen demGebiete des Naturbegrifs, als dem Sinnlichen, unddem Gebiete des Freyheitsbegrifs, als dem Übersinnli-chen befestigt ist, so daß von dem ersteren zum anderen(also vermittelst des theoretischen Gebrauchs der Ver-nunft) kein Übergang möglich ist, gleich als ob es soviel verschiedene Welten wären, deren erste auf di«zweyte keinen Einfluß haben kann: so soll doch dieseauf jene einen Einfluß haben, nehmlich der Fi-eiheitsbegrifsoll den durch seine Gesetze aufgegebenen Zweck in derSinnenwelt wirklich machen; und die Natur muß folg-

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