Einleitung.
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das Erkenntnißvermögen ist allein der Verstand gesetzge-bend, wenn jenes (wie es auch geschehen muß, wenn es
bloße wünsche doch auch Begehru»ge» wäre», von denensich doch jeder bescheidcr, daß er durch dieselben allein ihrObject nicht hervorbringe» könne. — Dieses aber bewei,set nichts weiter, als daß es auch Begehrungen im Men-schen gebe, wodurch derselbe mit sich selbst im Widerspruchesteht: indem er durch seine Vorstellung allem zur Hervor-'bringung des Objects hinwirkt, von der er doch keine» Er-folg erwarten kau», weil er sich bewußt ist, daß seine me-chanischen Kräfte (wenn ich die nicht psychologischen s»nennen soll), die durch jene Vorstellung bestimmt werdenmüßte», um das Object (mithin mittelbarl zu bewirken,e»tweder nicht zulänglich sind, oder gar auf etwas Unmög-liches gehen, j> B> das Geschehene ungeschehen zu mache»(O miKi i,r»ererirc>5..<!rc.), oder im ungeduldigen Harrendie Zwischenzeit, bis zum herbeygewünschten Augenblick,vernichten zu können. — Ob wir uns gleich in solchenphantastischen Verehrungen der Unzulänglichkeit unsererVorstellungen (oder gar ihrer Untauglichkeit), Ursacheihrer Gegenstände zu seyn, bewußt sind; so ist doch die Be-ziehung derselben, als Ursache, mithin die Vorstellung ihrerLausalirat, in jedem Wunsche enthalten, und vornehmlichalsdann sichtbar, wenn dieser sin Affect, nehmlich Sehnsucht,ist. Denn diese beweisen dadurch, daß sie das Herz aus-'dehnen und welk machen, und so die Kräfte erschöpfen, daß dieKräfte durch Vorstellungen wiederholciirlich angespannt wer-den, aber das Gemüth bey der Rücksicht auf die Unmöglich-keit unaufhörlich wiederum in Ermattung zurück sinken lasse».Selbst die Gebete um Abwendung großer und so viel maneinsieht, unvermeidlicher Übel, und manche abergläubischeMittel zur Erreichung natürlicherweise unmöglicher Zwecke,beweisen die Causalbeziehuiig der Vorstellungen auf ihre
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