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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
XXVIII
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XXVIII Einleitung.

Idee zum Princip dient, zum Reflectiren, nicht zum Be-stimmen); sondern dieses Vermögen giebt sich dadurchnur selbst, und nicht der Natur, ein Gesetz.

Weil nun der Begrif von einem Object sofern erzugleich den Grund der Wirklichkeit dieses Objects ent-hält, der Zweck, und die Übereinstimmung einesDinges mit derjenigen Beschaffenheit der Dinge, dienur nach Zwecken möglich ist, die Zweckmäßigkeitder Form derselben heißt: so ist das Princip der Urtheils-kraft in Ansehung der Form der Dinge der Natur unterempirischen Gesetzen überhaupt, die Zweckmäßigkeitder Natur in ihrer Mannichfaltigkeit. D. i. die Naturwird durch diesen Begrif so vorgestellt, als ob ein Ver-stand den Grund der Einheit des Mannichfaltigen ih-rer empirischen Gesetze enthalte.

Die Zweckmäßigkeit der Natur ist also ein beson-derer Begrif a priori, der lediglich in der reflectirendenUrtheilskraft seinen Ursprung hat. Denn den Natur-producten kann man so etwas, als Beziehung der Na-tur an ihnen auf Zwecke, nicht beylegen, sondern diesen,Begrif nur branchen, um über sie in Ansehung derVerknüpfung der Erscheinungen in ihr, die nach empi-rischen Gesetzen gegeben ist, zu reflectiren. Auch ist die-ser Begrif von der practischen Zweckmäßigkeit (dermenschlichen Kunst oder auch der Sitten) ganz unter-schieden, ob er zwar nach einer Anlogie mit derselbengedacht wird.