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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
XXXI
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Einleitung. xxxr

geln, deren Nothwendigkeit man nicht aus Begriffendarthun kann, im Laufe dieser Wissenschaft oft genug,aber nur zerstreut, vor.Die Natur nimmt den kür-zesten Weg (lex xarüinmü-); sie thut gleichwohl keinenSprung, weder in der Folge ihrer Veränderungen, nochder Zusammenstellung specifisch verschiedener Formen(lox continui in nawra); ihre große Mannichfaltigkeitin empirischen Gesetzen ist gleichwohl Einheit unter we-nigen Principien (xi'incipia ziiaeter necelütarein nontunt innlnpücsncls)"; u. d. gl. M.

Wenn man aber von diesen Grundsätzen den Ur-sprung anzugeben denkt, und es auf dem psychologischenWege versucht, so ist dies dem Sinne derselben gänzlichzuwider. Denn sie sagen nicht was geschieht, d. i. nachwelcher Regel unsere Erkenntnißkrafte ihr Spiel wirk-lich treiben, und wie geurtheilt wird, fondern wie geur-theilt werden soll; und da kommt diese logische objec-tive Nothwendigkeit nicht heraus, wenn die Principienbloß empirisch sind. Also ist die Zweckmäßigkeit derNatur für unsere Erkenntnißvermögen und ihren Ge-brauch, welche offenbar aus ihnen hervorleuchtet, eintranscendentales Princip der Urtheile, und bedarf alsoauch einer transcendentalen Deduction, vermittelst derender Grund fo zu urlheilen in den Erkenntnißquellena xriori aufgesucht werden muß.

Wir finden nehmlich in den Gründen der Möglichkeiteiner Erfahrung zuerst freylich etwas Nothwendiges,