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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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XXXIV
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XXXIV Einleitung.

Natur) vorgestellt wird; so muß die Urtheilskrast, die mAnsehung der Dinge unter möglichen (noch zu entdecken«den) empirischen Gesetzen, bloß reflectirend ist, dieNatur in Ansehung der letztern nach einem Principder Zweckmäßigkeit für unser Erkenntnißvermögcndenken, welches dann in obigen Maximen der Urtheils-krast ausgedrückt wird. Dieser transscendentale Vegrifeiner Zweckmäßigkeit der Natur ist nun weder ein Na-turbcgrif, noch ein Freyheitsbcgrif, weil er gar nichtsdem Objecte (der Natur) beylegt, sondern nur die einzigeArt, wie wir iu der Neflection über die Gegenstände derNatur in Absicht auf eine durchgangig zusammenhan-gende Erfahrung verfahren müssen, vorstellt, folglichein subjectives Princip (Maxime) der Urteilskraft;daher wir auch, gleich als ob es ein glücklicher unsreAbsicht begünstigender Zufall wäre, erfreuet (eigentlicheines Bedürfnisses entledigt) werden, wenn wir einesolche fysiematische Einheit unter bloß empirischen Ge-setzen antreffen; ob wir gleich nothwendig annehmen, mußten, es sey eine solche Einheit, ohne daß wir siedoch einzusehen und zu beweisen vermochten.

Um sich von der Richtigkeit dieser Deduction desvorliegenden Begrifs, und der Nothwendigkeit ihn alstransscendentales Erkenntnißprincip anzunehmen, zu über-zeugen, bedenke man nur die Große der Aufgabe: ausgegebenen Wahrnehmungen einer allenfalls unendli-che Mannichfaltigkeit empirischer Gesetze enthaltenden