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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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5. Einleitung.

ist, sondern nur ein Princip der Urtheilskraft sich in die-ser ihrer übergroßen Mannichfc>ltigkeit Begriffe zu ver-schaffen (in ihr orientiren zu können): so legen wir ihrdoch hiedurch gleichsam eine Rücksicht auf unfer Erkennt-nißvermögen nach der Analogie eines Zwecks bey; undso können wir die Naturschönheit als Darstellungdes Begrifs der formalen (bloß fubjectiven), und dieNatM zwecke als Darstellung des Begrifs einer realen(objectiven) Zweckmäßigkeit ansehen, deren eine wirdurch Geschmack (ästhetisch, vermittelst des Gefühls derLust), die andere durch Verstand und Vernunft (logisch,nach Begriffen) beurtheilen.

Hierauf gründet sich die EintheSlung der Critik derUrtheilskraft in die der ästhetischen und der teleologi-schen; indem unter der ersteren das Vermögen, dieformale Zweckmäßigkeit (sonst auch subjective genannt)durch das Gefühl der Lust oder Unlust; unter der zwey-ten das Vermögen, die reale Zweckmäßigkeit (objective)der Natur durch Verstand und Vernunft zu beurthei-len verstanden wird.

In einer Critik der Urtheilskrast ist der Theil, wel-cher die ästhetische Urtheilskraft enthält, ihr wesentlichangehörig, weil diese allein ein Princip enthalt, welchesdie Urlheilskraft völlig -> xviarl ihrer Reflexion über dieNatur znm Grunde legt, nehmlich das einer formalenZweckmäßigkeit der Natur nach ihren besonderen (empi-rische») Gesetzen für unser Erkenntmßvermögen, ohne