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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
33
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Critik der ästhetischen Urtheilskraft. z z

Die Vorstellung der Wirkung ist hier der Bestimmungs-grund ihrer Ursache, und geht vor der letztern vorher.Das Bewußtseyn der Causalitat einer Vorstellung inAbsicht auf den Zustand des Subjects, es in demselbenzu erhalten, kann hier im Allgemeinen das bezeichnenwas man Lust nennt; wogegen Unlust diejenige Vorstel-lung ist, die den Zustand der Vorstellungen zu ihremeigenen Gegentheile zu bestimmen (sie abzuhalten oderwegzuschaffen) den Grund enthalt.

Das Begehrungsvcrmögen, sofern es nur durchBegriffe, d. i. der Vorstellung eines Zwecks gemäß zuhandeln, bestimmbar ist, würde der Wille seyn. Zweck-mäßig aber heißt ein Object, oder Gemüthszustand, odereine Handlung auch, wenn gleich ihre Möglichkeit dieVorstellung eines Zwecks nicht nothwendig voraussetzt,bloß darum, weil ihre Möglichkeit von uns nur erklartund begriffen werden kann, sofern wir eine Causalitatnach Zwecken, d. i. einen Willen der sie nach der Vor-stellung einer gewissen Regel so angeordnet hatte, zumGrunde derselben annehmen. Die Zweckmäßigkeit kannalso ohne Zweck seyn, sofern wir die Ursachen dieser Formnicht in einen Willen setzen, aber doch die Erklärung ih-rer Möglichkeit nur, indem wir sie von einem Willenableiten, uns begreiflich machen können. Nun habenwir das, was wir beobachten, nicht immer nöthig durchVernunft (seiner Möglichkeit nach) einzusehen. Alsokönnen wir eine Zweckmäßigkeit der Form nach, auchZ5c»nrs Crir. d. Urrheilskr. ?