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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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Z4 Erster Theil.

ohne daß wir ihr einen Zweck (als die Materie desNKXUZ änalis) zum Grunde legen, wenigstens beobachten,und an Gegenstanden, wiewohl nicht anders als durchReflexion, bemerken...

§. ^i.

Das Geschmacksurtheil hat nichts als dieForm der Zweckmäßigkeit eines Gegen-standes (oder der VorstellunZsart desselben)zum Grunde.

Aller Zweck, wenn er als Grund des Wohlgefal-lens angesehen wird, führt immer ein Interesse, alsBcsiiuimungsgrund des Urtheils über den Gegenstandder Lust, bey sich. Also kann dem Gefchmacksurtheilkein subjectiver Zweck zum Grunde liegen. Aber auchkeine Vorstellung eines objectiven Zwecks, d. i. der Mög-lichkeit des Gegenstandes selbst nach Principien derZwcckverbindung, mithin kein Begrif des Guten, kanndas Gefchmacksurtheil bestimmen; weil es ein ästheti-sches und kein Erkenntnißurtheil ist, welches also keinenBöZnf von der Beschaffenheit und innern oder äu-ßern Möglichkeit des Gegenstandes^ durch diefe oderjene Ursache, sondern bloß das Verhältniß der Vorstel-lungskräfte zu einander, sofern sie durch eine Vorstel-lung bestimmt werden, betrift.