Critik der ästhetischen Urtheilökraft. 49
dieses oder jenes Dinges; die andere wird, als einem Be-griffe anhängend (bedingte Schönheit), Objecten die un-ter dem Begriffe eines besondern Zwecks stehen, beygelegt.
Blumen sind freye Naturschönheiten. Was eineBlume für ein Ding seyn soll, weiß, außer dem Bota-niker, schwerlich sonst niemand; unb selbst dieser, der dar-an das Befruchtungsorgan der Pflanze erkennt, nimmt,wenn er darüber durch Geschmack urtheilt, auf diesenNaturzweck keine Rücksicht. Es wird also keine Vollkom-menheit von irgend einer Art, keine innere Zweckmäßig-keit, auf welche sich die Zusammensetzung des Mannich -faltigen beziehe, diesem Urtheile zum Grunde gelegt.Viele Vogel (der Papagei), der Colibrit, der Paradies-vogel), eine Menge Schaalthiere des Meeres, sind fürsich Schönheiten, die gar keinem nach Begriffen in An-sehung seines Zwecks bestimmten Gegenstande zukommen,sondern frey und für sich gefallen. So bedeuten die Zeich-nungen il 1a Aisccjns, das Laubwerk zu Einfassungen,oder auf Papiertapeten u. f. w. für sich nichts: sie stellennichts vor, kein Object unter einem bestimmten Begriffe,und sind freye Schönheiten. Man kann auch das, wasman in der Musik Phantasiren (ohne Thema) nennt,ja die ganze Musik ohne Text, zu derselben Art zählen.
In der Beurtheilung einer freyen Schönheit (derbloßen Form nach) ist das Gefchmacksurtheil rein. Esist kein Vegrif von irgend einem Zwecke, wozu das Man-nichfaltige dem gegebenen Objecte dienen, und was diesesTame Crir, d, Urrdciisi'v, D