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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
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;o Erster Theil.

also vorstellen solle, vorausgesetzt? wodurch die Freyheitder Einbildungskraft, die in Beobachtung der Gestaltgleichsam spielt, nur eingeschränkt werden würde.

Allein die Schönheit eines Menschen (und unterdieser Art die eines Mannes, oder Weibes, oder Kindes),die Schönheit eines Pferdes, eines Gebandes (alsKirche, Pallasi, Arsenal, oder Gartenhaus), setzt einenBegrif vom Zwecke, welcher bestimmt was das Dingseyn soll, mithin einen Begrif seiner Vollkommenheit,voraus; und ist also bloß adhärirende Schönheit. Sowie nun die Verbindung des Angenehmen (der Em-pfindung) mit der Schönheit, die eigentlich nur dieForm betrift, die Reinigkeit des Geschmacksurtheilsverhinderte; so thut die Verbindung des Guten (wozunehmlich das Mannichfaltige dem Dinge selbst, nachseinem Zwecke, gut ist) mit der Schönheit, der Reinig-keit desselben Abbruch.

Man würde vieles unmittelbar in der AnschauungGefallende an einem Gebäude anbringen könne,», wennes nur nicht eine Kirche seyn sollte; eine Gestalt mitallerley Schnörkeln und leichten doch regelmäßigen Zü-gen, wie die Neuseeländer mit ihrem Tettawiren ch m,verschönern können, wenn es nur nicht ein Menschwäre; und dieser könnte vi^'l feinere Züge und einengefälligeren sanftem Umriß der Gesichtsbildung haben,wenn er nur nicht einen Mann, oder gar einen kriege-rischen vorstellen sollte.