Critik der ästhetischen Urtheilökraft. 5 r
Nun ist das Wohlgefallen an dem Mannichfaltigenin einem Dinge, in Beziehung auf den innern Zweck derseine Möglichkeit bestimmt, auf einem Begriffe gegrün-detes Wohlgefallen; das an der Schönheit aber istein solches welches keinen Begrif vorausfetzt, sondernmit der Vorstellung, wodurch der Gegenstand gegeben(nicht wodurch er gedacht) wird, unmittelbar verbun-den ist. Wenn nun das Geschmacksurtheil, in Anse-hung des letzteren, vom Zwecke in dem ersteren, alsVernunfturtheile, abhängig gemacht und dadurch ein«geschrankt wird, so ist jcues nicht Mehr ein freyes undreines Gefchmacksurtheil.
Zwar gewinnt der Geschmack durch diese Verbin-dung des ästhetischen Wohlgefallens mit dem intellektuel-len darin, daß er firirt wird, und zwar tticht allgemein ist,ihm aber doch in Ansehimg gewisser zweckmäßig bestimm^ten Objecte Regeln vorgeschrieben werden kötttteiU Diesesind aber alsdann auch keine Regeln des Geschmacks/sondern bloß der Vereinbarung des Geschmacks mit derVernunft, d. i. des Schönen mit dem Guten, durchwelche jenes zum Instrument der Absicht in Ansehungdes letztem brauchbar wird, um diejenige Gemüthsstim-mung, die sich selbst erhält und von subjectiver allgemei-ner Gültigkeit ist, derjenigen Denkungsart unterzulegen,die nur durch mühsamen Vorsatz erhalten werden kann,aber objectiv allgemeingültig ist. Eigentlich aber ge-winnt weder die Vollkommenheit durch die Schönheit,
B s