Critik der ästhetischen Urtheilskrast. 5z
- ^ / . ' / §. r?-' ^ 'Vom Ideale der Schönheit.
Es kann keine objective Geschmacksregel, welche durchBegriffe bestimmte was schön sey, geben. Denn allesUrtheil aus dieser Quelle ist ästhetisch; d. i. das Gefühldes Subjects, und kein Begrif eines Objects, ist seinBestimmungsgrund» Ein Princip des Geschmacks, webches das allgemeine Criterium des Schönen durch be-stimmte Begriffe angäbe, zu suchen, ist eine fruchtloseBemühung, weil, was gesucht wird, unmöglich undan sich selbst widersprechend ist. Die allgemeine Mit-theilbarkeit der Empfindung (des Wohlgefallens oderMißfallens), und zwar eine solche die ohne BegrifStattfindet; die Einhelligkeit, so viel möglich, aller Zei-ten und Völker in Ansehung dieses Gefühls in der Vor-stellung gewisser Gegenstande: ist das empirische, wiewohl schwache und kaum zur Vermuthung zureichende,Criterium der Abstammung eines so durch Beispielebewahrren Geschmacks von dem tief verborgenen, allenMenschen gemeinschaftlichen, Grunde der Einhelligkeit inBeurtheilung der Formen, unter denen ihnen Gegen-stände gegeben werden.
Daher sieht man einige Producte des Geschmacks alsexemplarisch an: nicht als ob Geschmack könne erwor-ben werden, indem er anderen nachahmt. Denn der Ge-schmack muß ein selbst eigenes Vermögen seyn; wer aber
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