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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
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56 Erster Theil.

Zwecken zusammenhalten, und die ZusammensiimmtMgmit jenen alsdann auch ästhetisch beurtheilen kann: dieserMensch ist also eines Ideals der Schönheit, so wiedie Menschheit in seiner Person, als Intelligenz, desIdeals der Vollkommenheit, unter allen Gegen-ständen in der Welt allein fähig.

Hiezu gehören aber zwey Stücke: erstlich die ästhe-tische Normalidee, welche eine einzelne Anschauung(der Einbildungskraft) ist, die das Richtmaaß seinerBeurtheilung, als eines zu einer besonderen Thierspeciesgehörigen Dinges, vorstellt; zweytMs die VerNttllft-idee, welche die Zwecke der Menschheit, sofern sie nichtsinnlich vorgestellt werden können, zum Princip der Beur-theilung einer Gestalt macht, durch welche, als ihri Wir-kung in der Erscheinung, sich jene offenbaren. Die Nor-malidee muß ihre Elemente zur.Gesialt eines Thiers vonbesonderer Gattung aus der Erfahrung nehmen; aberdie größte Zweckmäßigkeit in der Construction der Ge-stalt, die zum allgemeinen Richtmaaß der ästhetischenBeurtheilung jedes Einzelnen dieser Species tauglichWare, das Bild, was gleichsam absichtlich der Technikder Natur zum Grunde gelegen hat, dem nur die Gat-tung im Ganzen, aber kein Einzelnes abgesondert ad«äquat ist, liegt doch bloß in der Idee des Beurtheilen-den, welche aber, mit ihren Proportionen, als ästheti-sche Idee, in einem Musterbild? völlig in conci^o dar-gestellt werden kann» Um, wic dieses zugehe, einiger-