6c> Erster Theil.
der Gegenstand nicht allgemein, und dazu positiv (nichtbloß negativ in einer schulgerechten Darstellung), gefallenwürde. Der sichtbare Ausdruck sittlicher Ideen, die denMenschen innerlich beherrschen, kann zwar nur aus derErfahrung genommen we.rden; aber ihre Verbindungmit allem dem, was, unsere Vernunft mit dem Sittlich-Guten in der Idee der höchsten Zweckmäßigkeit verknüpft,die Seelengute, oder Reinigkeit, oder Stärke, oderRuhe u. s. w. in körperlicher Äußerung (als Wirkungdes Innern)gleichsam sichtbar zu machen: dazugehörenreine Ideen der Vernunft und große Macht der Einbil-dungskraft in demjenigen vereinigt, welcher sie nur beur-theilen, vielmehr noch wer sie darstellen will. Die Nichtig-keit eines solchen Ideals der Schönheit beweiset sich da-rin: daß es keinem Sinnenreiz sich in das Wohlgefallenalt seinem Objecte zu mischen erlaubt, und dennoch eingroßes Interesse daran nehmen laßt; welches dann be-weiset, daß die Beurtheilung nach einem solchen Maaß-fiabe niemals rein ästhetisch seyn könne, und die Beur-
mittclmaßigen Menschen verrathen; vermuthlich (wennangenommen werden darf, daß die Natur im Äußeren dieProportionen des Innern ausdrücke) deswegen: weil, wennkeine von den Gemülhöanlagen über diejenige Proportionhervorstechend ist, die erfordert wird, bloß einen fehler-freyen Menschen auszumachen, nichts von dem, was manGenie nennt, erwartet werden darf, in welchem die Na-tur von ihre» gewöhnlichen Verhältnissen der Gemürhs-krafte zum Vortheil einer einzigen abzugchen scheint.