Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

62

Erster Theil.

Viertes Moment

des Geschmacksnrtheils, nach der Modalitatdes Wohlgefallens an den Gegenstanden.

H. i8.

Was die Modalitat eines Geschmacks«Urtheils sey.

Von einer jeden Vorstellung kann ich sagen: wenig-stens es sey möglich, daß sie (als Erkenntniß) mit ei-ner Lust verbunden sey. Von dem, was ich angenehmnenne, sage ich, daß es in mir wirklich Lust bewirke.Vom Schönen aber denkt man sich, daß es eine noth-wendige Beziehung auf das Wohlgefallen habe. DieseNothwendigkeit nun ist von besonderer Art: nicht einetheoretische objectiveNothwendigkeit,wo apiiori erkanntwerden kann, daß jedermann dieses Wohlgefallen andem von mir schön genannten Gegenstände fühlenwerde; auch nicht eine practische, wo durch Begriffeeines reinen Vernunftwillens, welcher frephandelndenWesen zur Regel dient, dieses Wohlgefallen die nothwen-dige Folge eines objectiven Gesetzes ist, und nichts andersbedeutet, als daß man schlechterdings (ohne weitere Ab-sicht) auf gewisse Art handeln solle. Sondern sie kann alsNothwendigkeit, die in einem ästhetischen Urtheile ge-dacht wird, nur exemplarisch genannt werden, d. i.eine Nothwendigkeit der Beystimmung Aller ju einem