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Erster Theil.
Viertes Moment
des Geschmacksnrtheils, nach der Modalitatdes Wohlgefallens an den Gegenstanden.
H. i8.
Was die Modalitat eines Geschmacks«Urtheils sey.
Von einer jeden Vorstellung kann ich sagen: wenig-stens es sey möglich, daß sie (als Erkenntniß) mit ei-ner Lust verbunden sey. Von dem, was ich angenehmnenne, sage ich, daß es in mir wirklich Lust bewirke.Vom Schönen aber denkt man sich, daß es eine noth-wendige Beziehung auf das Wohlgefallen habe. DieseNothwendigkeit nun ist von besonderer Art: nicht einetheoretische objectiveNothwendigkeit,wo apiiori erkanntwerden kann, daß jedermann dieses Wohlgefallen andem von mir schön genannten Gegenstände fühlenwerde; auch nicht eine practische, wo durch Begriffeeines reinen Vernunftwillens, welcher frephandelndenWesen zur Regel dient, dieses Wohlgefallen die nothwen-dige Folge eines objectiven Gesetzes ist, und nichts andersbedeutet, als daß man schlechterdings (ohne weitere Ab-sicht) auf gewisse Art handeln solle. Sondern sie kann alsNothwendigkeit, die in einem ästhetischen Urtheile ge-dacht wird, nur exemplarisch genannt werden, d. i.eine Nothwendigkeit der Beystimmung Aller ju einem