66 Erster Theil.
verschiedene Proportion. Gleichwohl aber muß es einegeben, in welcher dieses innere Verhältniß zur Bele-bung (einer durch die andere) die zuträglichste für beideGemüthskräfte in Absicht auf Erkenntniß (gegebenerGegenstände) überhaupt ist; und diese Stimmung kannnicht anders als durch das Gefühl (nicht nach Begriffen)bestimmt werden. Da sich nun diese Stimmung selbstmuß allgemein mittheilen lassen, mithin anch das Ge--fühl derselben (bey einer gegebenen Vorstellnng); dieallgemeine Mittheilbarkeit eines Gefühls aber einenGemeinsinn voraussetzt: so wird dieser mit Grunde an-geuommen werden können, und zwar ohne sich des-falls auf psychologische Beobachtungen zu fußen, fon-dern als die nothwendige Bedingung der allgemeinenMittheilbarkeit unserer Erkenntniß, welche in jeder Logikund jedem Princip der Erkenntnisse, das nicht steptischist, vorausgesetzt werden.
§. 22.
Die Nothwendigkeit der allgemeinen Bey-stimmung, die in einem Geschmacksurtheilgedacht wird, jft eine subjective Nothwen-digkeit, die unter der Voraussetzung einesGemeinsinns als objectiv vorgestellt wird.
In allen Urtheilen wodurch wir etwas für schönerklären, Verslatten wir Keinem anderer Meynung zu