Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
80
Einzelbild herunterladen
 

8o Erster Theil.

Denn da das Gefühl des Erhabenen eine mit derBeurtheilung des Gegenstandes verbundene Bewe-gung des Gemüths, als seinen Character bey sich führt,anstatt daß der Geschmack am Schönen das Gemüth inruhiger Contemplation voraussetzt und erhalt; dieseBewegung aber als subjectiv zweckmäßig beurtheilt wer-den soll weil das Erhabene gefallt): so wird sie durch dieEinbildungskraft entweder auf das ErkeiMtlliß - oderauf das BegehrUttgövermögeu bezogen; in beider-lei) Beziehung aber die Zweckmäßigkeit der gegebenenVorstellung nur in Ansehung dieser Vermöge!! (ohneZweck oder Interesse) beurtheilt werden: da dann dieerste, als eine mathematische, die zweyte als dyna-mische Stimmung der Einbildungskraft dem Objectebeygelegt, und daher diefes auf gedachte zwiefache Artals erhaben vorgestellt wird.

Vom Mathematisch - Erhabenen.

§. 25.

Namenerklarueg des Erhabenen.Erhaben nennm wir das, was schlechthin

groß ist. Groß-seyn aber, und eine Größe seyn, sindganz verschiedene Begriffe (inaZnituclo und ^u-nitiiÄs).Jmglcichen schlechtweg (liinxliciter) sagen, daß et-was groß sey, ist auch ganz etwas anders als sagen,

daß