Critik der ästhetischen Urtheilskrast. 8r
daß es schlechthin groß (civsolnte, non coinpsrstivenisZnuin) sey. Das letztere ist das, was Über alleVergleichung groß ist. — Was will nun aber derAusdruck, daß etwas groß, oder klein, oder mittelmäßigsey, sagen? Ein reiner Verstandesbegrif ist es nicht,was dadurch bezeichnet wird; noch weniger eine Sinnen-anschauung; und eben so wenig ein Vernunftbegrif, weiler gar kein Princip der Erkenntniß bey sich führt. Es mußalso ein Bcgrif der Urtheilskraft seyn, oder von einemsolchen abstammen, und eine subjective Zweckmäßigkeitder Vorstellung in Beziehung auf die Urtheilskraft zumGrunde legen. Daß etwas eine Größe (^aumm) sey,laßt sich aus dem Dinge selbst, ohne alle Vergleichungmit andern, erkennen; wenn neymlich Vielheir des Gleich-artigen zusammen Eines ausmacht. Wie groß eSaber sey, erfordert jederzeit etwas anders, welches auchGröße ist, zu seinem Maaße. Weil es aber in derBeurtheilung der Größe nicht bloß auf die Vielheit(Zahl), sondern auch auf die Größe der Einheit (desMaaßes) ankommt, und die Größe dieser letztern immerwiederum etwas Anders als Maaß bedarf, womit sieverglichen werden könne; so sehen wir: daß alle Grö-ßenbeuimmung der Erscheinungen schlechterdings keinenabsoluten Begrif von einer Größe, sondern allemal nureinen Vergleichungsbegrif liefern könne.
Wenn ich nun schlechtweg sage, daß etwas groß sey,so scheint es daß ich gar keine Vergleichung im SinntDanrs Lnc. d. Urrheilskr. F