84 Erster Theil.
darin zu suchen ist, daß, was wir nach Vorschrift derUrtheilskraft in der Anschauung nur immer darstellen(mithin ästhetisch vorstellen) mögen, insgesammt Erschei-nung, mithin auch ein Quantum ist.
Wenn wir aber etwas nicht allein groß, sondernschlechthin-absolut-in aller Absicht- (über alle Verglei-chung) groß, d. i. Erhaben, nennen, so sieht man baldein: daß wir für dasselbe keinen ihm angemessenenMaaßstab außer ihm, sondern bloß in ihm, zu suchenverstatten. Es ist eine Größe, die bloß sich selber gleichist. Daß das Erhabene also nicht in den Dingen derNatur, sondern allein in unsern Ideen zu suchen sey,folgt hieraus; in welchen es aber liege, muß für dieDeduction aufbehalten werden.
Die obige Erklärung kann auch so ausgedrückt werden:
Erhaben ist das, mit welchen: in Vergleichung
alles andere klein ist. Hier sieht man leicht: daßnichts in der Natur gegeben werden könne, so großals es auch von uns beurtheilt werde, was nicht ineinem andern Verhältnisse betrachtet bis zum Unend-lichkleinen abgewürdigt werden könnte: und umgekehrt,nichts so klein, was sich nicht in Vergleichung mit nochkleinern Maaßstaben für unsere Einbildungskraft bis zueiner Weltgröße erweitern ließe. Die Telescope habenuns die erstere, die Microscope die letztere Bemerkungzu machen reichlichen Stoff an die Hand gegeben.Nichts also, was Gegenstand der Sinnen seyn kann