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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
91
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, Critik der ästhetischen Uvtheilskraft. 91

lichcn Zweckmäßigkeit nichts, was die Größe des Maa-ßes, mithin der Zusammenfassung des Vielen i»eine Anschauung, bis zur Gränze des Vermögens derEinbildungskraft, und so weit, wie diese in Darstellun-gen nur immer reichen mag, zu treiben nöthigte. Dennin der Verstandcsfchätzung der Größen (der Arithmetik)kommt man eben so weit, ob man die Zusammenfassungder Einheiten bis zur Zahl 10 (in der Decadik), odernur bis 4 (in der Tctractik) treibt; die weitere Grö-ßencrzeugung aber im Zusammensetzen, oder, wenn dasQuantum in der Anschauung gegeben ist, im Auffassen,bloß progressiv (nicht comprehensiv) nach einem ange-nommenen Progressionsprincip verrichtet. Der Ver-stand wird in dieser mathematischen Größenschalmngeben so gut bedient und befriedigt, ob die Einbildungs-kraft zur Einheit eine Größe, die man in einem Blickfassen kann, z. V. einen Fuß oder Ruthe, ober ob sieeine deutsche Meile, oder gar einen Erddurchmesser,deren Auffassung zwar, aber nicht die Zusammenfassungin eine Anschammg der Einbildungskraft (nicht durchdie coiii.pi-eliizii!!<? ueMielica, obzwar gar wohl durchcomprelientin InZica in einen Z-.'.hlbegrif) möglich ist,wähle. In beiden Fallen geht die logische Größen-schatznng ungehindert ins Unendliche.

Nun aber hört das Gemüth in sich ans die Stimmeder Vernunft, welche zu allen gegebenen Größen, selbstdenen, die zwar niemals ganz aufgefaßt werden können,