io4 Erster Theil.
Kühne überhangende gleichsam drohende Felsen, amHimmel sich aufthürmende Donnerwolken, mit Blitzenund Krachen einherziehend, Vulccme in ihrer ganzenzerstörenden Gewalt, Orcane mit ihrer zurückgelassenenVerwüstung, der gränzenlose Ocean in Empörung ge-setzt, ein hoher Wasserfall eines mächtigen Flusses u.d. gl. machen unser Vermögen zu widerstehen, in Ber-gleichung mit ihrer Macht, zur unbedeutenden Kleinig-keit. Aber ihr Anblick wird nur um desto anziehender,
furchtbarer er ist, wenn wir uns nur in Sicherheitbefinden; und wir nennen diese Gegenstände gern erha-ben, weil sie die Seelenstarke über ihr gewöhnlichesMittelmaaß erhöhen, und ein Vermögen zu widerstehenvon ganz anderer Art in uns entdecken lassen, welchesuns Mnth macht, uns mit der scheinbaren Allgewaltder Natur messen zu können.
Denn, so wie wir zwar an der Unermeßlichkeit derNatur, und der Unzulänglichkeit unseres Vermögenseinen der ästhetischen Größenfchatzung ihres Gebietsproportionirren Maaßstab zu nehmen, unsere eigene Ein-schranluug, gleichwohl aber doch auch an unserm Ver-inmstocrniögen zugleich einen andern nicht -- sinnlichenMaaßstab, welcher jene Unendlichkeit selbst als ^Einheitunter sich hat, gegen den alles in der Natur klein ist,mithin in unserm Gemüthe eine Überlegenheit über dieNatur selbst in ihrer Unermeßlichkcit fanden: so giebtauch die Unwiderstehlichkeit ihrer Macht uns, als Natur-