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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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115
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Critik der ästhetischen Urtheilökraft. 115

Begriffe bes Verstandes) gefällt. Hieraus folgt von selbst,daß es ohne alles Interesse gefallen müsse.

Erhaben ist das, was durch seinen Widerstand gegendas Zimresse der Sinne unmittelbar gefällt.

Beide, als Erklärungen ästhetischer allgemeingültigerBeurtheilung, beziehen sich auf subjective Gründe, nehmlicheinerseits der Sinnlichkeit, so wie sie zu Gunsten des con>temvlativen Verstandes; andererseits, wie sie wider die-selbe, dagegen für die Zwecke der practischen Vernunft, unddoch beide in demselben Subjecte vereinigt, in Beziehungauf das moralische Gefühl zweckmäßig sind. Das Schöneberettet uns vor, etwas, selbst die Natur, ohne Interessezu lieben; das Erhabene, es, selbst wider unser (sinnliches)Interesse, hochzuschätzen.

Man kann das Erhabene so beschreiben: es ist ein Ge-genstand (der Natur), dessen Vorstellung das Gemüthbestimmt, sich die Uncrreichbarr'eir der L-Iatur alsDarstellung von Ideen zu denken.

Buchstäblich genommen, und logisch betrachtet,>nen Ideen nicht dargestellt werden. Aber, wenn wir unserempirisches Vorstellungsvermögen (mathematisch, oder dy-namisch) für die Anschauung der Natur erweitern; so trittunausbleiblich die Vernunft hinzu, als Vermögen der In-depcndenz der absoluten Totalität, und bringt die, obzwarvergebliche, Bestrebung bes Gemüths hervor, die Vor-stellung der Sinne diesen angemessen zu machen. DieseBestrebung, und das Gefühl der Unerreichbarkcir derIdee durch die Einbildungskraft, ist selbst eine Darstel-lung der subjcniven Zweckmäßigkeit unseres Gemüths tmGebrauche der Einbildungskraft für dessen übersinnlicheBestimmung, und nöthigt uns, subjectiv die Nacur selbstin ihrer Totalität, als Darstellung von etwas Übersinn-

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