!2o , Erster Theil.
treffen seyn würden; zweytens, obgleich beide, als Gegen-stände eines intcllectuellen (moralischen) Wohlgefallens,zwar sofern mit dem ästhetischen vereinbar sind, als sie aufkeinem Interesse beruhen: so sind sie doch darin wiederummit diesem schwer zu vereinigen, weil sie ein Interesse bewir-ken sollen, welche?, wenn die Darstellung zum Wohlgefallenin der äst hc tischen Vemtheilung zusammenstimmen soll, indieser niemals anders als durch ein Sinneninteresse, wel,ches man damit in der Darstellung verbindet, geschehenwürde, wodurch aber der intellectuellcn Zweckmäßigkeit Ab-bruch geschieht, nnd sie verunreinigt wird.
Der Gegenstand eines reinen und unbedingten intellectuel,len Wohlgefallens ist das moralische Gesetz in seiner Macht,die es in uns über alle und jede vor ihm vorhergehendeTriebfedern des Gemüths ausübt; und, da diese Macht sicheigeiiiljch nur durch Aufopferungen ästhetisch kenntlich macht(welches eine Beraubung, obgleich zum Behuf der innernFreyheit, ist, d.igcgc» eine unergründliche Tiefe dieses über,sinnlichen Vermögens, mit ihren ins Unabsehliche sich er-streckenden Folien, in uns aufdeckt): so ist das Wohlgefallenvon der ästhetischen Seite (in Vezichuug auf Sinnlichkeit)negaliv, d. i. wider dieses Interesse, von der intclleetuellenaber-betrachtet, positiv, und mir einem Interesse verbunden.Hieraus folgt: daß das intcilectuelle, an sich felbst zweck-mäßige (das Moralisch-) Gute, ästhetisch beurtheilt, nichtsowohl schon, als vielmehr erhaben vorgestellt werden müsse,so daß es mehr das Gefühl der Achtung (welches den Neizverschmäht), als der Liebe und vertraulichen Zuneigung er-wecke; weil die menschliche Natur nicht so von ftlbst, son-dern nur durch Gewalt, welche die Vernunft der Sinnlich-keit anthut, zu jenem Guten zusammenstimmt. Umgekehrt,wird auch das, was wir in der Natur außer uns, oder auch