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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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128
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Erster Theil.

nichts weiter zu hören, »och zu erfahren, die denn dochnicht so ganz unwirthbar seyn muß, daß sie nur einen höchstmühseligen Aufenthalt für Menschen darböte. Zch machediese Anmerkung nur in der Absicht, um zu erinnern, daßauch Betrübniß (nicht niedergeschlagene Traurigkeit) zu denrüstigen Affeeten gezählt werde» könne, wenn sie i» mora-lischen Zdeen ihren Grund hat; wenn sie aber auf Sym-pathie gegründet, und, als solche, auch liebenswürdig ist, siebloß zu den schmelzenden Affeeten gehöre: nm dadurch aufdie Gemüthssiimmung, die nur in? erste» Falle erhabenist, aufmerksam zu machen.

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MaV kann mit der jetzt durchgeführten transcendentalenExposition der ästhetischen Urtheile nun auch die physiologi-sche, wie sie ein Burke und viele scharfsinnige Männer un-ter uns bearbeitet haben, vergleichen, um zu sehen, wohineine bloß empirische Exposition des Erhabenen und Schönenführe. Vurke '), der in dieser Art der Behandlung alsder vornehmste Verfasser genannt zu werden verdient, bringtauf diesem Wege (S. 22z seines Werks) heraus:daß dasGefühl des Erhabenen sich auf dem Triebe zur Selbsterhal-tung und auf Furcht, d. i. einem Schmerze, gründe, der,weil er nicht bis zur wirklichen Zerrüttung der körperlichenTheile geht, Bewegungen hervorbringt, die, da sie die fei-neren oder gröberen Gefäße von gefährlichen und beschwer-lichen Verstopfungen reinigen, im Stande sind, angenehmeEmpfindungen zu errege», zwar nicht Lust, sondern eine Art

von

') Nach der deutschen Übersetzung seiner Schrift: Philoso-phische Untersuchungen über den Ursprung unsercr Begriffevom Schöne» und Erhabene». Riga, bey Harttnoch, 177;.