Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

Critik der ästhetischen Urtheilskraft. izi

Geschmacks wesentlich gehörig. Denn, ohne daß derselbePrincipien s priori habe, konnte er unmöglich die Urtheileanderer richten, und über sie, auch nur mit einigem Scheinsdes Nechtö, BilligungS- oder Verwerfungsaussprüche fällen.

Das Übrige zuv Analytik der äfchetischen Urteilskraftgehörige enthält zufördersc die

Deduction der reinen ästhetischenUrtheile.

§. Zv.

Die Deduction der ästhetischen Urtheile überdie Gegenstande der Natur dars nicht aufdas was wir in dieser Erhaben nennen, son-dern nur auf das Schöne, gerichtet werden»

Der Anspruch eines ästhetischen Urtheils auf allge-meine Gültigkeit für jedes Subject bedarf, als eitt Ur-theil welches sich auf irgend ein Princip a priori fußenmuß, einer Deduction (d. i. Legitimation feiner Anma-ßung); welche über die Exposition desselben noch hinzu-kommen muß, wenn es nehmlich ein Wohlgefallen oderMißfallen an der ForM des Objects betrift. Der-gleichen sind die Geschmacksurtheile über das Schöneder Natur. Denn die Zweckmäßigkeit hat alsdann dochim Objecte und seiner Gestalt ihren Grund, wenn siegleich nicht die Beziehung desselben auf andere Gegen-stände nach Begriffen (zum Erkenntnißurtheile) anzeigt;sondern bloß die Auffassung dieser Form, sofern sie dem

Ä-»