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Gerichts erzählen, und von jedem bemerken, daß jedesderselben mir sonst angenehm sey, auch obenein dieGesundheit dieses Essens mit Recht rühmen; so bin ichgegen alle diese Grunde taub, versuche das Gericht anmeiller Zunge und meinem Gaumen: und darnach(nicht nach allgemeinen Principien) falle ich meinUrtheil.
In der That wird das Geschmacksurtheil durch-aus immer, als ein einzelnes Urtheil vom Object, ge-fallt. Der Verstand kann durch die Vergleichung desObjects im Puncte des Wohlgefälligen mit dem Ur-theile anderer ein allgemeines Urtheil machen: z. B.alle Tulpen sind schön; aber das ist alsdann kein Ge-schmacks-sondern ein logisches Urtheil, welches dieBeziehung eines Objects auf den Geschmack zum Prä-dicate der Dinge von einer gewissen Art überhauptmacht; dasjenige aber, wodurch ich eine einzelne gege-bene Tulpe schön, d. i. mein Wohlgefallen an dersel-ben allgemeingültig finde, ist allein das Geschmacksur-theil. Dessen Eigenthümlichkeit besteht aber darin:daß, ob es gleich bloß subjective Gültigkeit hat, es den-noch alle Subjecte so in Anspruch nimmt, als es nurimmer geschehen könnte, wenn es ein objectives Ur-theil wäre, das auf Erkenntnißgründen beruht, unddurch einen Beweis könnte erzwungen werden.