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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
143
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Critik der ästhetischen Urtheilökraft. 14Z

§-

Es ist kein objectives Princip des Ge-schmacks möglich.

Unter einem Princip des Geschmacks würde maneinen Grundsatz verstehen, unter dessen Bedingung manden Begrif eines Gegenstandes subsumiren, und als-dann durch einen Schluß herausbringen könnte, daßer schön sei). Das ist aber schlechterdings unmöglich.Denn ich muß unmittelbar an der Vorstellung desselbendie Lust empfinden, und sie kann mir durch keine Be-weisgrunde angeschwatzt werden. Obgleich alle Criti-ker, wie Hume sagt, scheinbarer vernünfteln könnenals Köche, so haben sie doch mit diesen einerlei) Schicksal. Den Besiimmungsgrund ihres Urtheils können sienicht von der Kraft der Beweisgründe, sondern nurvon der Reflexion des Subjects über feinen eigenenZustand (der Lust oder Unlust), mit Abweisung allerVorschriften und Regeln, erwarten.

Worüber aber Critiker dennoch vernünfteln könnenund sollen, so daß es zur Berichtigung und Erweite-rung unserer Geschmacksucrheile gereiche: das ist nicht,den Bestimmungsgrund dieser Art ästhetischer Urtheilein einer allgemeinen brauchbaren Formel darzulegen,welches unmöglich istz sondern über die Erkcnntnißver>mögen und deren Geschäfte in diesen Urtheilen Nachfor-schung zu thun, und die wechselseitige subjektive Zweck-