Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
149
Einzelbild herunterladen
 

Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 149

verbundenen eigenen Lust) empirisch ist, gleichwohl,was die geforderte Veystimmung von jedermannbetrift, Urtheile s priori sind, oder dafür gehalten wer-den wollen, ist gleichfalls schon in den Ausdrücken ihresAnspruchs enthalten; und so gehört diese Aufgabe derCritik der Urtheilskraft unter das allgemeine Problemder Transscendentalphilosophie: Wie sind synthetischeUrtheile -> priori möglich?

§- 37-

Was wird eigentlich in einem Geschmacks-urtheile von einem Gegenstande ^ prioribehauptet?

Daß die Vorstellung von einem Gegenstande un-mittelbar mit einer Lust verbunden fei), kann nur inner-lich wahrgenommen werden, und würde, wenn mannichts weiter als dieses anzeigen wollte, ein bloß empi-risches Urtheil geben. Denn s priori kann ich mit kei-ner Vorstellung ein bestimmtes Gefühl (der Lust oderUnlust) verbinden, außer wo ein den Willen bestimmen-des Princip a priori in der Vernunft zum Grunde liegt;da denn die Lust (im moralischen Gefühl) die Folge da-von ist, eben darum aber mit der Lust im Gefchmacke garnicht verglichen werden kann, weil sie einen bestimmtenVegrif von einem Gesetze erfordert: da hingegen jeneunmittelbar mit der bloßen Beurtheilung, vor allemBegriffe, verbunden seyn soll. Daher sind auch alle

K z