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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
150
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l5o Erster Theil.

Geschmacksurtheile einzelne Urtheile, weil sie ihr Pradi-cat des Wohlgefallens nicht mit einem Begriffe, sondernmit einer gegebenen einzelnen empirischen Vorstellungverbinden.

Also ist es nicht die Lust, sondern die Allgemem-gültigkeit dieser Lust, die mit der bloßen Beurthei-lung eines Gegenstandes im Gemüthe als verbundenwahrgenommen wird, welche 2 xiiori als allgemeineNegcl für die Urthciiskrast, für jedermann gültig, ineinem Geschmacksurtheile vorgestellt wird. Es ist einempirisches Urtheil: daß ich einen Gegenstand mit Lustwahrnehme und beurtheile. Es ist aber ein Urth-ils xrlml: daß ich ihn schön finde, d. i. jenes Wohlge-fallen jedermann als nothwendig ansinnen darf.

§. 38.

Deductioil der Geschmacköurtheile.

Wenn eingeräumt wird: daß in einem reinen Ge-schmacksurtheile das Wohlgefallen an dem Gegenstandemit der bloßen Beurtheilung seiner Form verbunden sey;so ist es nichts anders, als die subjcctive Zweckmäßig-keit derselben für die Urtheilskraft, welche wir mit derVoistellimg des Gegenstandes im Gemüthe verbundenempfinden. Da nun die Urtheilskrast in Ansehung derformalen Regeln der Beurtheilung, ohne alle Materie(weder Simiencmpfindung noch Vegrif), nur auf die