156 Erster Theil.
sein Wohlgefallen am Objecte jedem andern ansinnen,und sein Gefühl als allgemein mittheiibar, und zwarohne Vermittelung der Begriffe, annehmen.
§. 40.
Vom Geschmacke als einer Art von lenliis
^0111111111118.
Man giebt oft der Urtheilskraft, wenn nicht sowohlihre Reflexion als vielmehr bloß das Resultat derselbenbemerklich ist, den Namen eines Sinnes, und redet voneinem Wahrheitssinne, "von einem Sinne für Anstän-digkeit, Gerechtigkeit u. s. w.; ob man zwar weiß, we-nigstens billig wissen sollte, daß es nicht ein Sinn ist,in welchem diese Begriffe ihren Sitz haben können, nochweniger, daß dieser zu einem Ausspruche allgemeinerRegeln die mindeste Fähigkeit habe: sondern daß unsvon Wahrheit, Schicklichkeit, Schönheit oder Gerechtig-keit nie eine Vorstellung dieser Art in Gedanken kommenkönnte, wenn wir uns nicht über die Sinne zu höhernErkenntnißvermögen erheben könnten. Der gemeineMenschenverstand, den man, als bloß gesunden
(noch nicht cultivirten) Verstand, für das geringste an-sieht, dessen man nur immer sich von dem, welcher aufden Namen eines Menschen Anspruch macht, gewarti-gen kann, hat daher auch die krankende Ehre, mit demNamen des Gcmeinsinnes (lsnlus caininunis) belegtzu werden ^ und zwar so, daß man unter dem Worte