>;8 Erster Theil.
legen; allem sie sieht auch nur so aus, wenn man sie inabstracten Formeln ausdrückt; aü sich ist nichts natür-licher, als von Reiz und Rührung zu abstrahiren,wenn man ein Urtheil sucht, welches zur allgemeinenRegel dienen soll.
Folgende Maximen des gemeinen Menschenverstan-des gehören zwar nicht Hieher, als Theile der Geschmacks-eritik, können aber doch zur Erläuterung ihrer Grund-sätze dienen. Es sind folgende: i. Selbstdenken; 2. Ander Stelle jedes andern denken; Jederzeit mit sichselbst einstimmig denken. Die erste ist die Maxime dervorurtheilfreyen, die zweite der erweiterten, diedritte der eonsequenten Denkungsart. Die erste istdie Maxime einer niemals passiven Vernunft. DerHang zur letzter«, mithin zur Heteronomie der Vernunft,heißt das Vorurcheil; und das größte unter allen ist,sich die Natur Regeln, welche der Verstand ihr durch ihreigenes wesentliches Gesetz zum Grunde legt, als nichtunterworfen vorzustellen: d. i. der Aderglaube. Be-frcyuug vom Aberglauben heißt Aufklärung; weil,obschon diese Benennung auch der Vefrenung von Vor-
Man sieht bald, daß Aufklarung zwar in Thcsi leicht, inHypothcfi aber eine schwere und langsam auszuführendeSache sey; weil mit seiner Vernunft nicht passiv, sondernjederzeit sich selbst gcsc!)gebcnd zu seyn, zwar etwas ganzleichtes für den Menschen ist, der nur seinem wescnilichenZwecke angemessen seyn will, und das, was überfeinen Vcr/stand ist, nicht zu wissen verlangt; aber, da die Bestre-