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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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159
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Critik der ästhetischen Urtheilökraft. l 59

urtheilen überhaupt zukommt, jener doch vorzugsweise(in lWln eniinenn) ein Vorurtheil genannt zu werdeilverdient, indem die Blindheit, worin der Aberglaubeversetzt, ja sie wohl gar als Obliegenheit fordert, dasBedürfniß von andern geleitet zu werden, mithin denZustand, einer passiven Vernunft vorzüglich kenntlichmacht. Was die zweite Maxime der Denkungsart be-tritt , so sind wir sonst wohl gewohnt, denjenigen einge-schränkt (bormrt, das Gegentheil von erweitert)

zu nennen, dessen Talente zu keinem großen Gebrauche(vornehmlich dem intensiven) zulangen. Allein hier istnicht die Nede vom Vermögen des Erkenntnisses, son-dern von der DeilkUNgsart, einen zweckmäßigen Ge-brauch davonzumachen: welche, so klein auch der Um-fang und der Grad sey, wohin die Naturgabe des Men-schen reicht, dennoch einen Mann von erweiterterDenkungsart anzeigt, wenn er sich über die subjecti-ven Privatbedingungen des Urtheils, wozwischen so vieleandere wie eingeklammert sind, wegsetzen, und aus einemallgemeinen Standpunkte (den er dadurch nur be-stimmen kann, daß er sich in den Standpunkt andererversetzt) über sein eigenes Urtheil reflectirt. Die dritte

bung zum letzteren kaum zu verhüten ist, und es an andern,, welche die Wißbegierde befriedige» zu können mit vielerZuversicht versprechen, nie fehlen wird: so muß das dlvßNegative (welches die eigentliche Aufklarung ausmacht)in der Denkungsart (zumal der öffentlichen) zu erhalten,oder herzustellen, sehr schwer senn.