?6o Erster Theil.
Maxime, nehmlich die der conseauentel! Denkungsart,ist am schwersten zu erreichen, und kann auch nur durchdie Verbindung beider ersten, und nach einer zur Fer-tigkeit gewordenen öfteren Befolgung derselben, erreichtwerden. Man kann sagen: die erste dieser Maximenist die Maxime des Verstandes, die zweyte der Urtheils-kraft, die dritte der Vernunft. —
Ich nehme den durch diese Episode verlassenenFaden wieder auf, und sage: daß der Geschmack mitmehrerem Rechte lenlus coirimunis genannt werdenkönne, als der gesunde Verstand; und daß die ästheti-sche Urtheilskraft eher als die intellektuelle den Nameneines gemeinschaftlichen Sinnes führen könne, wennman ja das Wort Sinn von einer Wirkung der bloßenReflexion auf das Gemüth brauchen will: denn da ver-steht man unter Sinn das Gefühl der Lust. Man könn-te sogar den Geschmack durch das Beurtheilungsver-mögen desjenigen, was unser Gefühl an einer gegebe-nen Vorstellung ohne Vermittelung eines Begrifsallgemein mittheilbar macht, defimrm.
Die Geschicklichkeit der Menschen sich ihre Gedan-ken mitzutheilen, erfordert auch ein Verhältniß der Ein-bildungskraft und des Verstandes, um den Begriffen
Anschau-
*) Man könnte den Geschmack durch i-nlus commums seltne-cieus, den gemeinen Menschenverstand durch lsnlus commu?nis logisu« bezeichnen.