i66 Erster Theil.
man damit verbinden kann, mit dem moralischen schwer,keinesweges aber durch innere Affinität, vereinbar sey.
Ich räume nun zwar gerne ein, daß das Interesseam Schöllen der Kunst (wozu ich auch den künstli-chen Gebrauch der Naturschvnheiten zum Putze, mithinzur Eitelkeit, rechne) g.'.r keinen Beweis einer dem Mo-ralischgutcn anhänglichen, oder auch nur dazu geneig-ten De-ckungsart abgebe. Dagegen aber behaupte ich,
daß ein unmittelbares Interesse an der Schönheitder Natur zn nehmen (nicht bloß Geschmack haben,um sie zu beurtheilen) jederzeit ein Kennzeichen einerguten Seele sey >' und daß, wenn dieses Interesse habi-tuell ist, es wenigstens eine dem moralischen Gefühl gün-stige Gemuthsstimmung anzeige, wenn es sich mit derBeschallung der Natur gerne verbindet. Man mußsich al er wohl erinnern, daß ich hier eigentlich die schönenFc», men der Natur meyne, die Rei^e dagegen, wel-che sie so reichlich auch mit jenen zu verbinden pflegt,noch zu Seite setze, weil das Interesse daran zwar auchunmittelbar, aber doch empirisch ist.
Der, welcher einsam (und ohne Absicht, seine Be-merkungen andern mittheilen zu wollen) die schöne Ge-stalt einer wilden Blume, eines Vogels, eines Insectsu. s. w. betrachtet, um sie zu bewundern, zu lieben, undsie nicht gerne in der Natur überhaupt vermissen zu wol-len, ob ihm gleich dadurch einiger Schaden geschähe,vielweniger ein Nutzen daraus für ihn hervorleuchtete,