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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
173
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Critik der ästhetischen Urtheilökraft. 17z

ger angetroffen wird,, irgend ein lustiger Wirth seinezum Genuß der Landluft bey ihm eingekehrten Gäste da-durch zu ihrer größten Zufriedenheit hintergangen hatte,daß er einen muthwilligen Burschen, welcher diesenSchlag (mit Schils oder Nohr im Munde) ganz derNatur ahnlich nachzumachen wußte, in einem Gebüscheverbarg. Sobald man aber inne wird, daß es Betrugsey, so wird niemand es lange aushalten, diesem vor-her für so reizeud gehaltenen Gesänge zuzuhören; undso ist es mit jedem anderen Singvogel beschaffen. Esmuß Natur seyn, oder von uns dafür gehalten werden,damit wir an dem Schönen als einem solchen ein un-mittelbares Interesse nehmen können; noch mehraber, wenn wir gar andern zumuthen dürfen, daß siees daran nehmen sollen: welches in der That geschieht,indem wir die Denkungsart derer für grob und unedelhalten, die kein Gefühl für die schöne Natur haben(denn so nennen wir die Empfänglichkeit eines Interessean ihrer Betrachtung), und sich bey der Mahlzeit oderder Bouteille am Genusse bloßer Sinnesempfindungenhalten. /

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§. 4Z.

Von der Kunst überhaupt.

l) Kunst wird von der Natur, wie Thun (5a-cere) vom Handeln oder Wirken überhaupt Ogsre),und das Prodntt, oder die Folge der erstem, als