Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 18z
nen schützenden und leitenden Geist, Won dessen Einge-bung jene originale Ideen herrührten, abgeleitet ist.)4) Daß die Natur durch das Genie nicht der Wissen-schaft, sondern der Kunst, die Regel vorschreibe; und auchdieses nur, in sofern diese letztere schöne Kunst seyn soll.
. §- 47-
Erläuterung und Bestätigung obigerErklärung vom Genie.
Darin ist jedermann einig, daß Genie dem NcuH-ahMUNgsgeiste gänzlich entgegen zu setzen sey. Danun Lernen nichts als Nachahmen ist, so kann die größteFähigkeit, Gelehrigkeit (Capacitat), als Gelehrigkeit,doch nicht für Genie gelten. Wenn man aber auch selbstdenkt oder dichtet, und nicht bloß was andere gedachthaben, auffaßt, ja sogar für Kunst und Wissenschaftmanches erfindet; so ist doch dieses auch noch nicht derrechte Grund, um einen solchen (oftmals großen) Kopf(im Gegensatze mit dem, welcher, weil er niemals etwasmehr als bloß lernen und nachahmen kann, ein Pinselheißt) ein Genie zu nennen: weil eben das auch hättekönneil gelernt werden, also doch auf dem natürlichenWege des Forschens und Nachdenkens nach Regeln liegt,und von dem, was durch Fleiß vermittelst der Nachah-mung erworben werden kann, nicht specifisch unterschie-den ist.- So kann man alles, was Newton in seinemunsterblichen Werke der Principien der Naturphilosophie,
M 4