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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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193
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Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 19z

denken veranlaßt, ohne daß ihr doch irgend ein bestimm-ter Gedanke d. i. Begl'if adäquat seyn kann, die folg-lich keine Sprache völlig erreicht und verständlich machenkann. Man sieht leicht, daß sie das Gegenstück Pen-dant) von einer ViMllttsttdee sey, welche umgekehrtein Begris ist, dem keine Anschauung (Vorstellungder Einbildungskraft) adäquat seyn kann.

Die Einbildungskraft (als productives Erkenntniß-Vermögen) ist nehmlich sehr machtig in Schaffung gleich-sam einer andern Natur, aus dem Stosse, den ihr diewirkliche giebt. Wir unterhalten uns mit ihr, wo unsdie Erfahrung zu alltaglich vorkommt; bilden diese auchivohl um: zwar noch immer nach analogischen Gesetzen,aber doch auch nach Principien, die höher hinauf in derVernunft liegen (und die uns eben sowohl natürlich sind,als die, nach welchen der Verstand die empirische Na-tur auffaßt); wobey wir unsere Freyheit vom Gesetzeder Association (welches dem empirischen Gebrauche jenesVermögens anhangt fühlen, so daß uns nach demselbenvon der Natur zwar Stof geliehen, dieser aber von unszu etwas anderem, nehmlich dem, was die Natur übcr-trift, verarbeitet werden kann.

Man kann dergleichen Vorstellungen der Einbil-dungskraft Ideen nennen: eines Theils darum, weilsie zu etwas über die Erfahruugsgnwze hinaus Liegen-dem wenigstens streben, und so. einer Darstellung derVernunftbegriffe (der intellectnellcn Ideen) nahe con»Ranre Lrir. d. Nrch ei!s?r. N