Erster Theil.
auf die Sonderbarkeit angelegt und nicht der Idee an-gemessen gemacht wird. Das Prangende (Preciöfe),das Geschrobene und Affectirte, um sich nur vom Ge-meinen (aber ohne Geist) zu unterscheiden, sind demBenehmen desjenigen ähnlich, von dem man sagt, daßer sich sprechen höre, oder welcher sieht und geht, alsob er auf einer Bühne Ware um angegafft zu werden,welches jederzeit einen Stümper verräth. .->^S 'NOF'«;; idtt i-HrSS»VAj l^i'ä
H. 50.
Von der Verbindung des Geschmacks mitGenie in Produtten der schönen Kunst.
Wenn die Frage ist, woran in Sachen der schönenKunst mehr gelegen sey, ob daran,, daß sich an ihnenGenie, oder ob daß sich Geschmack zeige, so ist das ebenso viel als wenn gefragt würde, ob es darin mehr aufEinbildung, als auf Urtheilskrast ankomme. Da nuneine Kunst in Ansehung des ersteren eher eine geist-reiche, in Ansehung des zweyten aber allein eine schöneKunst genannt zu werden verdient; so ist das letztere we-nigstens als unumgängliche Bedingung («miäw'o ünsczus ncm) das vornehmste, worauf man in Beurtheilungder Kunst als schone Kunst zu sehen hat. Zum Behufder Schönheit bedarf es nicht fo nothwendig, reich undoriginal an Ideen zu seyn, als vielmehr der Angemessen-heit jener Einbildungskraft in ihrer Freyheit zu der Ge-fetzmäßigkeit des Verstandes. Denn aller Reichthum