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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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Erster Theil.

W

§. 51«

Von der Eiiitheilung der schönen Künste.

Man kann überhaupt Schönheit (sie mag Natur-oder Kunstschönheit seyn) den Ausdruck ästhetischerIdeen nennen: nur daß in der schönen Kunst diese IdeeHurch einen Begrif vom Object veranlaßt werden muß;in der schönen Natur aber die bloße Reflexion über einegegebene Anschauung/ ohne Begrif von dem was derGegenstand seyn soll, zu Erweckung und Mittheilungder Idee, von welcher jenes Object als der AttödNlckbetrachtet wird, hinreichend ist.

Wenn wir also die schönen Künste eintheilen wollen:so können wir, wenigstens zum Versuche, kein bequeme-res Princip dazu wählen, als die Analogie der Kunstmit der Art des Ausdrucks, dessen sich Menschen imSprechen bedienen, um sich, so vollkommen als möglichist, einander, d. i. nicht bloß ihren Begriffen, sondernauch Empfindungen nach, mitzutheilen Diescrbesteht in dem Worte, der Gebehrdung, und dem

, Beweisthümer der drey ersteren Eigenschaften, abgeson-dert' betrachtet/ etwas nachgäbe»; sie doch in dcr, welchesie vereinigt, ihren Nachbaren, den Franzosen , nachstehenmußten.

") Der Leser wird diesen Entwurf zu einer mögliche!, Einihei-lung der schönen Künste nicht als beabsichtigte Theorie be-urtheilen. Es ist nur einer von den uianchcrley Versuchen,die man noch anstellen kann und soll.