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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
208
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sog Erster Theil.

und deren Form nicht die Natur, sondern einen willkür-lichen Zweck zum Bestimmungsgninde hat, zu dieserAbsicht, doch auch zugleich ästhetisch-zweckmäßig, dar-zustellen. Be» der letzteren ist ein gewisser Gebrauchdes künstlichen Gegenstandes die Hauptsache, woraufals Bedingung, die ästhetischen Ideen eingeschränkt wer-den. Bey der ersteren ist der bloße Ausdruck ästheti-scher Ideen die Hauptabsicht. So sind Bildsauleu vonMenschen, Gottern, Thieren u. d. gl. zu der erstemArt; aber Tempel, oder Prachtgebäude zum Behuf öffent-licher Versammlungen, oder auch Wohnungen, Ehren-bogen, Säulen, Cenotaphien u. d. gl. zum Ehrenge-bächtniß errichtet, zur Baukunst gehörig. Ja allesHausgeräthe (die Arbeit des Tischlers u. d. gl. Dingezum Gebrauche) können dazu gezählt werdeu: weil dieAngemessenheit des Products zu einem gewissen Ge-brauche das Wesentliche eines Bauwerks ausmacht;wogegen ein bloßes Bildwerk, das lediglich zum An-schauen gemacht ist uud für sich selbst gefallen soll, alskörperliche Darstellnng bloße Nachahmung der Natur ist,doch mit Rucksicht auf ästhetifcheJdeen: wobey denn dieSinneuwahrheit nicht so weit gehen darf, daß esaufhöre als Kunst und Prcduct der Willkür zu erscheinen.

Die MalerkUUst, als die zweyte Art bildenderKünste, welche den SttMeuschettt künstlich mit Ideenverbunden darstellt, würde ich in die der schönen Schil-derung der Natur, und in die der schönen Zusam-

menstel'