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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
210
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2io Erster Theil.

sammcngestellt. Die schöne Zusammenstellung aber kör-perlicher Dinge ist auch nur für das Auge gegeben, wiedie Malerei); der Sinn des Gefühls kann keine an-schauliche Vorstellung von einer solchen Form verschaffen.Zu der Malerei) im weiten Sinne würde ich noch die Ver-zierung der Zimmer durch Tapeten, Aufsatze und allesschöne Amöblement, welches bloß zur Ansicht dient,zahlen; ungleichen die Kunst der Kleidung nach Ge-schmack (Ringe, Dosen, u. s. w.). Denn ein Parterrevon allerlei) Blumen, ein Zimmer mit allerley Zierrasthen (selbst den Putz der Damen darunter begriffen), ma-chen an einem Prachtfeste eine Art von Gemälde aus,welches, fo wie die eigentlich sogenannten, (die nichtetwa Geschichte, oder Naturkenntniß zu lehren die Ab-sicht haben) bloß zum Ansehen da ist, um die Einbil-dungskraft im freyen Spiele mit Ideen zn unterhalten,und ohne bestimmten Zweck die ästhetische Urtheilskraft zubeschäftigen. Das Machwerk an allem diesen Schmuckemag immer, mechanisch, sehr unterschieden seyn, undganz verschiedene Kunstler erfordern; das Geschmacks-urtheil ist doch über das, was in dieser Kunst schön ist,sofern auf einerley Art bestimmt: nehmlich nur die For-men (ohne Rücksicht auf einen Zweck) so, wie sie sichdem Auge darbieten, einzeln oder in ihrer Zusammen-setzung, nach der Wirkung die sie auf die Einbildungs-kraft thun, zu beurtheilen. Wie aber bildende Kunstjur Gebehrvung in einer Sprache (der Analogie nach