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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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213
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Critik der ästhetischen Urtheilskraft. 21 z

auf der Farben- oder Tonleiter, ferner daß die Zahlderselben für begreifliche Unterschiede bestimmt ist: somöchte man sich genöthigt sehen, die Empfindungen vonbeiden nicht als bloßen Sinneneindruck, sondern als dieWirkung einer Beurtheilung der Form im Spiele vielerEmpfindungen anzusehen. Der Unterschied, den dieeine oder die andere Meynung in der Beurtheilung desGrundes der Musik giebt, wurde aber nur die Definitiondahin verandern, daß man sie entweder, wie wir gethanhaben, für das schöne Spiel der Empfindungen (durchdas Gehör), oder angenehmer Empfindungen, er-klärte. Nur nach der erstem Erklarungsart wird Musikgänzlich als schöne, nach der zweyten aber als ange-nehme Kunst (wenigstens zum Theil) vorgestellt werden.

§. 52.

Voll der Verbindung der schönen Künstein einem und demselben Produtte.

Die Beredsamkeit kann mit einer malerischen Dar-stellung, ihrer Subjecte sowohl, als Gegenstände, ineinem Schauspiele; die Poesie mit Musik, im Ge-sänge; dieser aber zugleich mit malerischer (theatrali-scher) Darstellung, in einer Oper; das Spiel der Einspfindungen in einer Musik mit dem Spiele der Gestalten,im Tanz u. s. w. verbunden werden. Auch kann dieDarstellung des Erhabenen, sofern sie zur schönen Kunst

gehört, in einem gereimten Trauerspiele, einem

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