226 Erster Theil.
daß sie, als bloßes Spiel der Vorstellungen, ein Gleichge-wicht der Lebenskräfte tm Körper hervorbringt.
Wenn jemand erzählt: daß ein Indianer, der an derTafel eines Engländers in Surare eine Boutetlle mit Aleöfnen und alles dies Bier, in Schaum verwandelt, heraus,dringen scch, mit vielen Ausrufungen seine große Verwun-derung anzeigte, und auf die Frage des Engländers: was istdenn hier sich so sehr zu verwundern? antwortete: Ich mun'dere mich auch nicht darüber, daß es herausgeht, sondernwie Ihrs habt herein kriege» können; so lachen wir, und esmacht uns eine herzliche Lust: nicht, weil wir uns etwa klü-ger finden als diesen Unwissenden, oder sonst über etwas,was uns der Verstand hierin Wohlgefälliges bemerken ließe;sondern unsre Erwartung war gespannt, und verschwindetplötzlich in Nichts. Oder wenn der Erbe eines reichen Ver,wandten diesem sein Leichenbegängniß recht feierlich veran-stalten will, aber klagt, daß es ihm hiemit nicht recht gelin-gen wolle; denn (sagt er): jemehr ich meinen Trauerleute»Geld gebe betrübt auszusehen, desto lustiger sehen sie aus;so lachen wir laut, und der Grund liegt darin, daß eineErwartung sich plötzlich in Nichts verwandelt. Man mußwohl bemerken: daß sie sich nicht in das positive Gegen,theil eines erwarteten Gegenstandes — denn das ist immerEtwas, und kann oft betrüben, — sondern in Nichts ver,wandeln müsse. Denn wenn jemand uns mit der Erzäh,lung einer Geschichte große Erwartung erregt, und wir beymSchlüsse die Unwahrheit derselben sofort einsehen, so machtes uns Mißfallen; wie j. V. die von Leuten, welche vorgroßem Gram in einer Nacht graue Haare bekommen habe»sollen. Dagegen, wenn auf eine dergleichen Erzählung zurErwiederung, ein anderer Schalk sehr umständlich den Grameines Kaufmanns erzählt, der aus ZndKn mit allem seinen