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Erster Theil.
darauf nicht versteht, was Kunst des Umganges sey, nichtverwechselt werden.
Zu dem, was aufmunternd, mit dem Vergnügen ausdem Lachen nahe verwandt, und zur Originalität des Gei-stes, aber eben nicht zum Talent der schönen Kunst gehörigist, kann auch die launige Manier gezählt werden. L.auneim guten Verstände bedeutet nehmllch das Talent, sich will-kürlich in eine gewisse Gemüthödisposilion versehen zu kön-nen in der alle Dinge ganz anders als gewödnlich (svgcrumgekehrt), und doch gewissen Bernunftprincipien in einersolchen Gemürhsstimmnng gemäß, beurtheilr werden. Wersolchen Veränderungen nnwillküvlich unterworfen ist, heißtlaunisch; wer sie aber willkürlich und zweckmäßig (zumBehuf einer lebhasten Darstellung vermittelst eines Lachenerregenden Contrastes) anzunehmen vermag, der und seinVortrag heißt launig. Diese Manier gehört indeß mehrzur angenehmen als schönen Kunst, weil der Gegenstand derletztem immer einige Würde an sich zeigen muß, und dahereinen gewissen Ernst in der Darstellung, so wie der Ge-schmack in der Beurtheilung, erfordert.