Druckschrift 
Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

Cvitik der ästhetischen Urtheilskrast. 2z i

Der Critik der ästhetischen Urtheilskrast

Zweyter Abschnitt.Die Dialectik

^ine Urtheilskrast, die dialectisch seyn soll muß zn-förderst vernünftelnd seyn; d. i. die Urtheile derselbenmüssen auf Allgemeinheit, und zwar s priori, Anspruchmachen*): denn in solcher Urtheile Entgegensetzung be-steht die Dialectik. Daher ist die Unvereinbarkeit ästhe-tischer Sinnesnrtheile (über das Angenehme und Unan-genehme) nicht dialectisch. Auch der Widerstreit derGeschmacksurtheile, sofern sich ein jeder bloß auf feineneignen Geschmack beruft, macht keine Dialectik des Ge-

') Ein vernünftelndes Urtheil cju<1icium l!>riocinnn5) kannein jedes heiße», das sich als allgemein ankündigt; dennsofeui kann es zum Oberi'atze in einem Vsrnunftschlusse die-nen. Eil! Vernunfturtheil (juö!cium rnriocinztum) kanndagegen nur ei» solches genannt werden, welches, als derSchlußsatz vsu einem Vmninfcschlusse, folglich als -> priorigegründet, gedacht wird.

der

ästhetischen Urtheilskrast.

§. 55-

P 4